Grashüpfer siegen artgerecht

Olpkebach führt Polizei ab

Tore: 0:1 (9.) Michael (Oli), 0:2 (33.) Art (Tanko), 0:3 (74.) Art (Michael)

Aufstellung: Beule – Peter (46. Martin P.), Dr. Jackl, Andreas, Christoph (65. Komander) – Sören, Guido  (70. Pintus), Michael, Oli4 – Art, Tanko.

von Volker Grimm

This is Volker Grimm live from Dawson Creek, BC. Voller Sorgen gingen die wieder einmal sehr ambinionierten Hüpfer in die neue Saison. Stutzen von adidas oder Nike, hellgrün oder dunkler, mit Socke oder ohne, gewaschen oder wild emotion und dann war auch noch die Größenfrage abschließend zu klären. Wo andere Vereine fünfzehn Paar Stutzen im Sportgeschäft kaufen, wurde hier eine Doktorarbeit geschrieben. (oder was glaubt ihr, wo Jackler seinen Titel her hat?).

Doch ebenso intellektuell wurde die Taktik aufgestellt. Heiner Berghaus mit Dreitagebart und Kloppbrille stimmte die Mannschaft mit einer Powerpointpräsentation samt Laserpointer und Videosequenzen von Freitag 22 Uhr bis Sonntag um 9.30 Uhr perfekt auf den Gegner ein. Durch ein versetzt aufgestelltes Mittelfeld wurde dem Gegner schon frühzeitig die Sicht auf die Hüpferabwehr verstellt, so dass diesen das Fehlen von Roman und Jochen nicht auffallen konnte.Im Offensivbereich gehören die Olpkebach bekanntlich seit Jahren zur ersten Garde des Dortmunder Kreisligafußballs. Dirigiert von einem Olivier, der gerade seinen olivierten Frühling erlebt, liessen die laufstarken Sören, Michael und der Bekloppte Ostwestfale den Ball rollen.

Ohne Funkverkehr wußten die Polizisten nicht was zu tun ist und gaben Olivier bei seinem schönen Sololauf allenfalls Geleitschutz. Sein Paß fand schon vor Ablauf des von der Journalistengewerkschaft vorgeschriebenen Anfangsgeplänkels Michael, der die schlampig aufgebaute Strafraumsperre mit einem satten Schuß ins rechte Eck überwand.

Lustig ist auch, dass in ganz London auf der Strasse look right oder look left steht. Der doofen Touristen wegen. Wer aber wissen möchte, wen die Engländer für die dümmsten Kontinentalen halten, der muß sich auf die Towerbridge begeben. Da steht regardez a droite.

Eine neue Spielzeit mit einer Führung zu beginnen, beruhigt die erhitzten Gemüter an diesem tropischen Sommertag ungemein. Hier in Dawson Creek waren es 35°, also sind das auf einer deutschen Uhr 44° wegen der Zeitverschiebung.

Zwei wütenden wie unbeholfenen Angriffen des freundlich helfenden Gegners, die Peter souverän in Richtung Bahnlinie pölte, folgte das durchdachte Aufbauspiel der Olpkebacher.

Nachdem er zweimal recht dilletantisch auf eigene Faust gescheitert war, spielte Tanko die dritte Großchance milimetergenau auf Art, der dem Torhüter der Gesetzhüter auf eindrucksvolle Art zeigte, wieviel Power in so dünnen Beinchen steckt. Etwas mehr als ein halbes Stündchen und der Fisch war gelutscht. Pintus hatte am Rand nicht mal seine erste Schachtel aufgeraucht.

Heiner konnte in der Restspielzeit bis zur verdienten Pause beruhigt an der Bande lehnend zwei Bier trinken.

Der aufopferungsvoll abgekämpfte Peter wurde nach zwei sehr guten Ballkontakten gegen den frischen Martin P. ausgetauscht, wer immer das auch ist. Doch dieser führte sich sehr gut ein. Als die Polizei einen langen Paß in Richtung Beules Hoheitsgebiet auf die Reise schickte, antizipierte er wie in Heiners Powerpointpräsentation auf Seite 835 (Samstag, 12.43 Uhr kurz nach der Zigarettenpause im Saal „Arnsberg“ des Mannschftshotels) vorgeführt und spielte das erhaschte Spielgerät flach in die Füße von Guido Bartling. Dieser trat kraftvoll an und rannte unaufhaltsam in Richtung Eckfahne, wo er diese Chance leider verstolperte. Im Vertrauen, hier gibt es sogar eine Stripbar, aber als ich mit meinen Bauarbeitern da aufgelaufen bin, haben die nicht mehr getanzt. (also die Mädels, Bill der Kranfahrer wollte sogar noch, aber den haben sie nicht gelassen) Kurz nachdem Bill, Jeff, Joe und ich aus der Stripbar kamen, rannte der frisch eingewechselte Komander die Linie entlang, wurde aber von Olivier nicht angespielt, der das Leder lieber auf Michael paßte. Der folgende Doppelpaß der beiden war so perfekt, dass man meinen konnte, Lemmie und die Schmöker haben in der heutigen Folge das Fußballlehrbuch aufgeschlagen. Mit wenigen kurzen Schritten war Michael zur Grundlinie vorgedrungen, von wo er die höher werdende Stirn von Art Heintje Schmittjans genau auf der Zwölf traf. Der Lümmel aus der ersten Bank nickte fachgerecht und nach Stand der Technik zur endgültigen Entscheidung ein. So ist der korrekte Ablauf. Vorentscheidung, die Entscheidung und endgültige Entscheidung. Drei Tore macht nach Adam Riese drei Punkte. Das bedeutet einen vierten Platz nach dem ersten Spieltag, was nach vier Matches zu einem ersten Platz werden kann, wenn ihr versteht, was ich meine.

Herzlichen Glückwunsch zum Sieg, aber das hilft euch doch auch nichts. Ihr fahrt trotzdem alle schwule Weiberkarren.